Montag, 23. März 2015

Ultraks

... mit fünf Portagen eine der technischsten Strecken in der Schweiz... unter anderem mit diesem Satz hat das Skitourenrennen in Zermatt nicht nur Chris und mich angelockt, sondern noch etliche andere skimobegeisterte Läufer/innen.

Wir reisten am Freitagabend nach Täsch und nachdem wir noch kurz die Startnummer in Zermatt abholten, besprachen wir bei einer Pizza das Programm und die Strecke. Die Tagwache vereinbarten wir bereits um kurz vor 05:00 Uhr und so legten wir uns nach wenigen Sätzen des Terminators im TV auch schon aufs Ohr.

Nach einem Minizmorge im Hotelzimmer fuhren wir mit dem Zug nach Zermatt hoch und machten uns ready für das Rennen. Leider konnte nicht ganz die Originalstrecke gelaufen werden, doch versprach auch die angepasste Linie eine spannende Sache zu werden.

Pünktlich um 07.30 Uhr liefen wir aus der Startbox mit aufgebundenen Ski im Laufschritt los. Es galt zuerst durchs Dorf bis zum Schnee zu rennen. Der Puls schnellte sofort in die Höhe. Beim Schnee angekommen montierten wir subito die Ski, dieser Wechsel glückte tadellos und wir reihten uns sofort bei einer kleinen Gruppe ein.

Chris hatte seit unserem letzten gemeinsamen Rennen im Tessin vor einem Jahr mächtig trainiert und verfügte über grössere Reserven als ich. Damit wir oder besser ich, die Pace der Gruppe halten konnten, machten wir es wie die meisten anderen Teams auch: Abschleppen.

Für den Rest des Rennens sah ich nur noch Chris' Skienden und ab und zu hörte ich ein "geile Siech Oli, chli liiide tuet guet". Wir gleiteten im Gleichschritt dem Unterrothorn entgegen, unterbrochen wurden diese ersten 1500hm von einer zähen Portage.


Unterrothhorn... danke Christa für das Foto und die Anfeuerrufe!


Die erste Abfahrt war in diffusem Licht und der Schnee war nicht ganz einfach. Nach einem kurzen Skiverschneider mit folgendem Purzelbaum, trudelte ich wenig nach Chris in die Wechselzone. Leicht benommen vergeigte ich einen Wechsel und vergass einen Schuh zu öffnen vor dem Loslaufen.

Es folgte ein technischer kurzer Aufstieg, teils mit einem Seil versichert und wir mittels Klettersteig-Schlingen gesichert. Die folgende Abfahrt verlief bei guter Sicht deutlich besser.

Für den letzten Aufstieg, welcher noch einmal drei Portagen bereithielt, gaben wir noch einmal alles. Chris machte unermüdlich Tempo und ich presste den letzten Strom aus meinen Beinen und Armen. Die Wechsel klappten jeweils perfekt. Die Schlussabfahrt war dann noch einmal streng: Buckelpiste, Bruchharst und zum Schluss eine Piste auf Vollspeed.

Dieses Rennen bin ich definitiv nicht in der Komfortzone gelaufen (ist ja auch der Sinn der Sache :)) und die Suuntoauswertung machte deutlich, wieso ich derart beissen musste.
Die Kehrseite des Leidens ist dann das tolle Resultat und die vielen Läufer hinter uns. Merci an Chris fürs Motivieren und Ziehen. Mit dem overall Rang 13/70 bin ich sehr zufrieden.