Samstag, 29. August 2015

Zambo (6b+) - Wendenstöcke

Kaum ein paar Tage auf dem Internet, konnten Lucius und ich heute in die Wendenstöcke fahren und diese Tour unter die Finken nehmen: Zambo 
Für mich war es nach dem Besuch 2014 in der Nachbarsroute "Spasspartout" nun die zweite Tour an den Wendenstöcken überhaupt. Klar, nur am Vorbau - aber irgendwann wird hoffentlich noch eine "richtige" Tour folgen. Lucius packte nach dieser Tour damals die Wendenitis und er konnte in der Zwischenzeit schon einige tolle Touren im Gebiet klettern!
Um 0930 standen wir nach einer knappen Stunde Aufstieg am Start der Tour. Der Einstieg war nicht schwer zu finden, da uns die Lokalität noch bekannt war. Nachdem die Energiespeicher gefüllt waren, stieg ich etwas nervös in die Tour ein. Die Wenden sind nicht gerade bekannt für eine hohe Bohrhakendichte, doch suggeriert der Tourenbeschrieb ein sicheres Höhersteigen in dieser Neutour.



Die 5c SL lief mir sehr leicht von der Hand, trotz der ordentlichen Runouts fühlte ich mich  nie unsicher.



Die zweite und dritte SL waren dann anspruchsvoller. Die 6a wartete mit einem schönen Stehproblem auf und bereitete viel Spass.
In der 6b SL musste ich nun am scharfen Ende erst eine steile Zone überwinden. Die Griffe waren allesamt gross und es löste sich einfacher auf, als es von unten aussah. Nach einigen Plattenmetern folgte die eigentliche Crux der SL. Der BH ist nicht ersichtlich und es will ein steiler Aufschwung bezwungen werden. Magnesiaspuren waren links und rechts auszumachen - beides sah möglich aus. Erst kletterte ich rechts hoch, sah den BH und konnte nicht klippen. Also wieder runter, nach links traversiert und dann nach dem Klippen sehr wackelig in die Platte gemoved (6b??). Anschliessend folgte ohne weitere Sicherungsmöglichkeit Steilplattenkletterei.


Die folgende 6a+ war lässig und bot einen doch schon etwas saugenden Blick in die Tiefen :)


Lucius übernahm nun auch gleich die 6b+ SL. Leider konnte ich in dieser die Crux nicht frei klettern. Im Nachhinein stört es mich, dass ich nicht länger nach einer passenden Lösung gesucht habe - dieser Silbergriff ruinierte die onsight/flash Begehung von mir (Lucius zog natürlich alles sauber durch!).


Nach einer kurzen Übergangslänge (5a) übernahm Lucius noch zweimal den Lead. Wir waren uns einig, dass diese beiden SL (6b und 6b+) die schönsten der ganzen Tour sind, Wasserrillen und Steilplattenmoves liessen das Herz höher schlagen!





Wie schon beim letzten Wendenbesuch übernahm ich wiederum die Abschlusslänge (5b). In tiefen Wasserrillen und einem kleinen Rechtsbogen erreichten wir den letzten Stand (welcher mit der Spasspartout gemeinsam ist).


Im Routenbuch stellten wir fest, dass uns noch eine Seilschaft zuvorgekommen ist und nebst dem Erschliesser, die erste Wiederholung gemacht hat - daher auch die Magnesiaspuren unterwegs. Dies minderte natürlich in keinster Weise unsere Freude über unsere Begehung der schönen Tour  - merci Lucius!


Nach den problemlosen Abseilmanövern über die Spasspartout gings zügig zurück zum Auto. Nach einer kurzen Fahrt konnten wir bei der ersten Tankstelle unsere ausgetrockneten Kehlen bewässern. Lucius spart nun noch eine Pfaffenhut-Tour für mich auf und ich hoffe, wir können da meine Premiere mit einer grösseren Wendenunternehmung klettern. Ich hangle mich bis dahin brav durch die Boulderwand :)

Wie ich weiter oben beschrieben habe, suggeriert der Tourbeschrieb ein leichtes Unterfangen - dies ist keineswegs der Fall. Mit einem Klettergartenkönnen von 6a/+ wird man in der Tour keinen Spass finden - es sei denn, man mogelt sich mit Silbergriffen durch die schweren Stellen oder verfügt über Nerven aus Stahl und klettert dieses 6a/+ auch noch einige Meter über der letzten Sicherung sicher. Die Absicherung ist, wenn auch Wendenstöcke verhältnismässig sehr gut, noch immer fordernd.