Montag, 2. November 2015

Elsa (6c) - Glattwandspitze (Gastlosen)


Seit längerem wollte ich in den Gastlosen, dem Gebiet vor der Haustüre, eine grössere Klettertour unternehmen. Im Extrem West wurde ich fündig und mit dem Topo aus dem Gastlosenführer findet man sich im Routenangebot auch zurecht. Es hat einige klassische Linien welche sich kreuz und quer den Schwachstellen nach zur Glattwandspitze hoch ziehen.
Die modernen, anspruchsvolleren Touren ziehen ziemlich direkt hoch zum Gipfel - so auch unsere "Elsa". In der Bildmitte kann man unten die Wand erkennen. Links davon am knapp sonnenbeschienenen Pfeiler zieht die bekannte "Nikita (7a) hoch.

Nach einem schnellen Zmorge fuhren Lucius und ich zum PP. Ab da galt es den kleinen Pfad zu finden, welcher ziemlich direkt zum Einstiegscouloir führt. Wer den Pfad nicht sieht, findet wie wir den Zustieg auch so - die Richtung ist offensichtlich :).

Die Zustiegslänge (4a) ist ziemlich hässlich und am besten geht man da einfach schnell durch. Die ersten beiden 6a SL führen dann mit einigen interessanten Stellen unter die eigentliche Wand. Man könnte diese beiden SL auch über T6 Gelände umgehen.
Die erste 6b SL führt durch hervorragenden Fels und lässt mit den feinen Moves Erinnerungen an die "Silberfinger" Begehung in den Engelhörnern wach werden. Fantastisch!

Die folgende 6b+/6c SL (je nach Führer) ist dann noch ein Tick feiner und verlangt viel Balance und Fingerkraft, um die kleinen Schüppchen zu krallen. Da haben sich bei uns die Superlative überschlagen.

Nach einer weiteren schönen 6b SL führt die 6a+ SL über ein paar Links-Rechts-Moves eine kurze Verschneidung hoch und traversiert unter die Gipfelwand. Ebenfalls genial, nun aber wieder mit grösseren Leisten - wohl um sich für das Finale zu erholen.




Bevor wir durch die zusammengefassten beiden 6b SL auf dem Gipfel ausstiegen, führen noch einmal zwei geniale SL (6b+ und 6c) höher. Kleine Leistchen gilt es zu halten und einmal eine kurz pumpige, aber gutgriffige Verschneidung zu erklettern.

Nachdem wir die Aussicht genossen haben und uns kurz stärkten, machten wir uns auf den Rückweg. Wir verzichteten auf eine Abseilfahrt, denn von dieser wird in den Führern abgeraten (Steinschlag). So konnten wir auch mit einem Einfachseil und Grigri klettern. Ein Nachsichern am Stand mit dem Grigri ist äusserts angenehm und wir werden dies wohl nun öfters so machen. Im Notfall käme man mit dem Verbinden von diversen Ständen wohl auch mit dem 50m Strick wieder runter.

Der Abstieg ist in den Führern schlecht beschrieben. Es heisst lediglich, man seile 2x 20m ab und folge dann dem Pfad. Um sich besser orientieren zu können, ist es nicht schlecht, wenn man die Abstiegsbeschreibung der kleinen Gastlosenüberschreiung aus dem Plaisierführer mitnimmt.