Donnerstag, 21. April 2016

PDG 2016

2006 habe ich meine erste Snowboardtour gemacht und zwei Jahre später auf Tourenski umgestellt - zu mühsam war das mit der Kombination Brett und Schneeschuhen. Aus sportlicher Sicht selten Verlegen, eine Herausforderung anzunehmen, stiefelte ich mit zwei guten Freunden 2010 von Zermatt nach Verbier. Wir finishten mit einer Zeit von 15:07h. Wir waren mächtig stolz und erlebten unterwegs einiges, was uns auch heute immer wieder zum Schmunzeln bringt - zum Beispiel wie wir am gestreckten Seil 25m auseinander im Dunkeln zur Tete Blanche hochliefen --> Chaos mit anderen Patrouillen und Kommunikation unter uns unmöglich.

2012 hatten wir in leicht abgeänderter Formation attackiert.. gerne hätte ich die 10h Marke geknackt. Leider wurde das Rennen in Arolla abgebrochen wegen Lawinengefahr. Die Zwischenzeit von 5:12h hätte allenfalls reichen können, wobei ich nach diesem Effort schon ziemlich kaputt war.



2014 konnte ich leider keine Patrouille zusammenstellen, welche mit mir motiviert war, die Wunschzeit zu erreichen. Mit zwei guten Freunden konnte ich bei besten Bedingungen und normaler Skitourenausrüstung eine geniale PDG laufen. Wir erlebten viel unterwegs und meisterten einige Tiefs zusammen :) Umso schöner war der gemeinsame Zieleinlauf nach 16:04h.



Für die Austragung 2016 konnte ich zwei Kollegen aus dem WK Trupp gewinnen. Meine Vorbereitung war ziemlich ideal. Es kamen einige Skitourenhöhenmeter zusammen und auch im Sommer lief ich oft mit meiner Tochter am Rücken auf die Berge, welche ja jetzt nur noch einen Steinwurf vor der Haustüre liegen. Die letzten 10 Tage verbrachte ich meist laufend über den Mittag und holzend am Nachmittag.



Um 23.30 Uhr rannten wir los in Zermatt. Als mit deutlichem Abstand ältester durfte ich die Pace machen - wir waren uns einig, dass der eine nervöse Teampartner zu schnell losgegangen wäre. Naja.. so war ich es dann, welcher schnell losging. Meine Kriese kam pünktlich wie jedes Mal um 03.00 Uhr - der Körper fährt das System auf ein Minimum runter und will erholen.
Später fuhren wir in Arolla nach praktisch exakt 5h ein. Die Abfahrt war im unteren Teil eher schwierig mit dem teils eisigen Schnee. Nach dem Carboreload hatte ich etwas Startschwierigkeiten auf der steilen Piste, danach lief mein Motor aber auf Diesel. Am col de Riedmatten kamen wir super durch, die neue Streckenführung für die in Arolla Startenden war genial. Leider verschob sich damit das Problem weiter nach hinten und so kamen wir kurz nach la Barma in ein Feld von Läufern hinein, wo ein Überholen nicht möglich war, auch die Portage zur Rosablanche hoch war in slowmotion.
Ich sah die Zeit davonlaufen und war erst etwas enttäuscht, es wieder nicht gepackt zu haben. Unsere Zeit von 10:29h geht aber voll in Ordnung und nachdem wir geduscht waren und das erste Bier getrunken hatten, stellten wir fest, dass wir in der Militärkategorie den dritten Platz erreicht hatten.







Nachdem ich heute die Beine auf dem Bike kurz vertreten hatte und diese Saison auf einem der genialsten Trails im Saanenland startete, bin ich auch mit dieser PDG zufrieden. Über eine solche Distanz mit guten Leuten zu laufen und so einiges gemeinsam zu meistern, befriedigt extrem - danke! Wie der Pfarrer vor dem Start in der Kirche in Zermatt sagte, nahm ich viele Bilder aus der PDG 2016 mit, welche mich im normalen Alltag immer wieder mit Energie beladen.



Und jetzt freue ich mich bereits auf die PDG 2018 - wer kommt mit mir mit und knackt diese Grenze von 10h?



2010 15:07
2012 5:12
2014 16:04
2016 10:29