Freitag, 20. April 2018

PDG 2018

Wie die Zeit doch verfliegt... Ewigkeiten ist es her, seit meinem letzten Eintrag - aber a) ergaben sich keine wirklich coolen (oder grösseren) Aktionen in diesem Winter und b) blieb mir nebst Arbeit, Familie und Training keine Zeit zum Schreiben.

Noch verrückter ist, wie die Zeit verfliegt und dass dies nun mittlerweile bereits meine fünfte PDG war und ich wohl langsam aber sicher alt werde :)

Bei meiner zweiten Teilnahme 2012 versuchten wir mit einem starken Team die für Hobbysportler magische Grenze von 10h zu unterbieten. Leider blieb dies auf Kurs liegend uns damals verwehrt - wegen Lawinengefahr wurde das Rennen vorzeitig in Arolla abgebrochen. Erst 2016 konnte ich wieder mit einem starken Team antreten und leider verloren wir in diversen Staus unterwegs die "wertvollen" Minuten und erreichten "unser Ziel" nicht.

Nun vor wenigen Tagen reiste ich mit Alex, mit welchem ich diesen Winter einige Skitourenrennen bestritt, und Pädi, dem Velomech und Freund aus Zweisimmen nach Zermatt. Wir waren noch nie zusammen unterwegs und freuten uns auf die ausgedehnte Tour zusammen. Nach unserer Ankunft im PDG Dorf gingen wir gleich zur Materialkontrolle und boten eine tolle Show.
1) wir hatten nur einen Pickel dabei, anstelle von drei
2) Pädis Sonde war zu kurz
3) unser Seil war zu kurz (über die Jahre wohl geschrumpft)


Kein Problem konnte uns stoppen und meine Teamkameraden fanden eine Lösung für alles. Pädi kaufte kurzerhand ein top präpariertes Seil von Rolf Zurbrügg, die Pickel und Sonde konnten von in der Region wohnhaften Kollegen ausgeliehen werden. Phu...

Weil wir alle insgeheim unter 10h laufen wollten, vermerkte ich dies bei der Anmeldung mit einem Klick so. Was ich damals nicht realiserte war, dass dieses Klick uns mit der ersten Welle der Cracks starten lies und somit alle Zeitlimiten für uns drei zur Challenge werden. Als dann ob der Hitze die Zeitlimiten noch einmal um 30 Minuten in die "falsche" Richtung korrigiert wurden, war der Psychostress komplett.


Ich als Youngster im Team wäre um 01:30 wie verrückt in die Nacht losgestürmt.. nicht aber Pädi. Er hatte die grosse Coolheit, langsam zu starten.. mit einer für mich viel zu lockeren Pace liefen wir pünktlich los.

Das erste Mal staunte ich, als wir Staffel nach exakt der gleichen Zeit wie vor zwei Jahren erreichten. An der Tête Blanche hatte ich nur kurz eine Krise und der berüchtigte Stau blieb aus.. alle langsamen Teams mussten bereits über den Berg sein, wenn sie denn die Zeitlimite in Arolla schaffen wollten. Die Verhältnisse waren kurz vor dem höchten Punkt des Events etwas rutschig, aber auch hier liefen wir ohne zu stressen stetig, teils seitwärts durch.

Die Abfahrt am Seil und der kurze Gegenanstieg verliefen super und die Schussfahrt nach Arolla konnten wir gar etwas geniessen. Nun der Schock.. wir waren fast 30 Minuten vor der im besten Fall angesagten Zeit in der Verpflegungszone. Glücklicherweise verfolgte Joel, unser Betreuer und Freund, das Rennen via App und wusste Bescheid. So stand er ready und konnte uns verpflegen - big thx män!

Nach dem Powerreload gings wiederum langsam aber stetig die steile Piste hoch und schliesslich über den Col de Riedmatten. Hier trafen wir nun auf die ersten entkräfteten Patrouillen, welche mit dem Abstieg auf der anderen Seite überfordert waren. Glücklicherweise fanden wir immer in Plätzchen zum Überholen und die Ski konnten wir (für Elite - haha) erlaubterweise früher anziehen als andere und auf Ski runterheizen.

Dem Stausee entlang nun begannen wir die Läufer von Arolla aufzuholen.. Stau war unvermeidbar. So liefen jeder von uns sein eigenen Ding und wir trafen uns in La Barma, dem letzten Verpflegungsposten wieder. Hier tranken wir noch einmal gut und nun kam auch der mitgeführte Elastik zum Einsatz. Ich konnte den Kollegen hier helfen und die übrige Power ins Team investieren.

An der Rosa Blanch war nun leider wieder richtig dicker Stau angesagt. Im Schneckentempo gings Schritt für Schrittchen hoch :( Ein Blick auf die Uhr verriet, wenn es gut geht sollten wir unser Ziel trotzdem erreichen. Noch einmal eine kurze Abfahrt, Gegenanstieg.. ein bisschen skaten und hü, über die Skipisten von Verbier runterdüsen. Im gestreckten Galopp rannten wir durchs Dorf, schnappten noch eine Patrouille vor uns und checkten bei 9h 43min in Verbier ein. Woooooohoooo!

Giele, das isch mega mässig gsi!!

Fazit: noch nie so langsam gestartet, noch nie mit einer so tiefen Zeit beendet. --> jäjo.. die "Alte" wösse wie mers macht a so lange Renne. ------> diese Taktik versuche ich nun auch gleich auf die Sommerwettkämpfe zu übertragen.

Chronik:
2010 15h 07min (mit Urs und Beni)
2012 5h 12min (mit Beni und Philippe) (Abbruch in Arolla)
2014 16h 04min (mit Dave und Benz)
2016 10h 29min (mit Bastian und Oli)
2018 9h 43min (mit Alex und Pädi)