Sonntag, 26. Juni 2011

blüemlisalp nordwand

blüemlisalp (3661) nordwand
erster hochtoureneintrag in dieser neuen saison und dies gleich ein highlight. dieses w'nd erfüllte sich ein langersehnter traum von mir: eine nordwand durchsteigen. seit mich der bergsteigvirus befallen hat, faszinieren mich ausdauer-projekte, grosse alpine touren und natürlich eben die nordwände.
immer wieder verfolgte ich die verhältnisse in den "einfachen" nordwänden und entlich passte alles zusammen. am donnerstag zügelten steffi und ich nach wabern, kiste um kiste und schrankelement um schrankelement wurde transportiert, jeden abend bis zur polizeistunde waren wir am werken. auch am samstag morgen waren wir voll dran.. dann aber gings los. 14.34 nahmen wir den zug/postauto auf die griesalp, ab da stiegen wir in 2h 45' zur blüemlisalphütte auf.
die hütte war voll! es ist die wohl genialste hütte, welche ich kenne, für wanderer. eine wunderschöne wanderung ist möglich (griesalp-hohtürli-oeschinensee), mit einer hüttenübernachtung und der fantastischen aussicht auf das berner mittelland. der sonnenuntergang war die krönung vor dem ins bett gehen.
am sonntag wurden wir um 03.00 geweckt, die aufregung war allen anzusehen.. die erste nordwand stand bevor. als letzte verliessen wir die hütte um 04.00. bereits beim wandeinstieg hatten wir fast alle wieder eingeholt. wir machten ein schneeschuhdepot und stiegen nicht in die normalroute ein - da tummelten sich bereits fünf andere seilschaften. weiter rechts durch die brüche hoch sah interessant aus (wenn auch wohl riskanter wegen dem möglichen eisschlag). die italiener waren bereits in der wand.
die verhältnisse waren perfekt, trittschnee oder eis mit schneeauflage welches perfekt griff. das seil konnten wir nach dem gletscherzustieg wieder im rucksack verstauen. etwa in der wandmitte schaute ich das erste mal zurück um fotos zu machen. die szenerie welche sich mir bot war unbeschreiblich. inmitten der abbrüche, welche die farbe im minutentakt wegen dem sonnenaufgang änderten, ... ich kann das nicht beschreiben - einfach nur hühnerhaut und geil!
150m unter dem gipfel hatten wir eine praktisch senkrechte eiswand vor uns, die italiener waren sich gerade am hochpickeln. wir entschieden diese zu umgehen, traversierten zur normalroute... zeitgleich waren in der normalroute praktisch alle anderen seilschaften etwa 50m über uns. dies war sehr riskant, eisschlag und die gefahr von einem stürzenden mitgerissen zu werden erachteten wir als gross (zumal alle anderen mit seil unterwegs waren - ohne sich anständig sichern zu können..). wir gaben mächtig gas, überholten sämtliche seilschaften und brachten uns so in sicherheit und auf den gipfel.
hühnerhaut-feeling.. mit benz & selina und steffi stand ich nun oben, die erste nordwand gerade hinter uns.. geil.
der abstieg war dann etwas mühsam, mit allen anderen gings über die normalroute nach unten. zeitraubende geschichte mit wiederum viel steinschlag (da sich nicht alle an den normalen weg hielten).
auf der hütte dann kuchen und icetea, danach steiler abstieg zum oeschinensee zurück in die hitze!
danke allen! es war ein w'nd der superlative!