Sonntag, 10. Juni 2018

Scenic Trail 113k

Und da war er... der erste Ultratrail der Saison 2018. Noch nie bin ich so früh in der "schneefreien" Zeit eine grössere Runde gelaufen. Jedoch hat es sich gelohnt :) Doch der Reihe nach:

Letzte Herbst als die Möglichkeit bestand, sich für den Scenic Trail zum halben Preis anzumelden und Beni davon geschwärmt hat, meldete ich mich an. Zudem waren Beni und ich 2017 an keiner gemeinsamen Veranstaltung dabei und dies wollte "heuer" geändert werden.

Die Zahlung war getätigt und fast den ganzen Winter über konnte ich mich motivieren, jede Woche 10km flach zu joggen. Im Saanenland lag, wie überall in der Schweiz, einiges an Schnee und so rannte ich Woche für Woche an den Flughafen und zurück über den Winterwanderweg :) Im Frühling, als die heisse Zeit für Skitouren begann, kamen vermehrt unter der Woche die Turnschuhe anstelle der Skis zum Einsatz. Trotzdem reiste ich am Freitagmittag mit so wenig Kilometern in den Beinen wie noch  nie vor einem Lauf ins Tessin.

Die reine Distanz von 113 Kilometern und das Hochlaufen von 7400 Höhenmetern wusste ich, dass ich das kann - aber das Runterrennen... dies ist die grosse Herausforderung. Nun denn, am Freitagmorgen weckten uns die Kids "as usual" um 06:00 Uhr und wenig später fuhr ich zur Arbeit. Am Nachmittag konnte ich mein Hüteprogramm auf die Schwiegereltern abschieben und ins Tessin reisen.
Wie mittlerweile Standart, assen Beni, Eddy und ich eine Pizza zum Znacht. Irgendwie bekommt mir das gut vor den Rennen und somit ändere ich diesen Punkt vorläufig nicht. Wo eine Änderung anstand, war bei meiner Baustellt mit den Füssen. Bis um 70-80 Kilometer laufen habe ich nie Probleme, doch danach bilden sich Blasen. Im normalen Sportalltag komme ich nie in diesen Bereich und kann daher nie wirklich etwas testen. Nebst der früher schon erwähnten Salbe, verwendete ich dieses mal unter den Laufsocken noch alte Strümpfe von meiner Frau. So viel vorneweg --> ich hatte keine Blasen!!! Yeah.



Nach der amüsanten Informationsveranstaltung kurz vor dem Start, reihten wir uns irgendwo im vorderen Drittel ein und etwas überpünktlich wurde das Zeichen zum Loslaufen gegeben. Sehr gemütlich drehten wir erst ein Runde durchs Dörfchen, bevor es in der ersten Anstieg ging. Ich startete bewusst langsam und ging das Rennen "von hinten an". Auch hier vorneweg --> der Plan ging fast bis am Schluss auf.




Vom Rennen gibt es nicht soo viel zu berichten, ausser dass es sehr heiss war, ich 14 Liter getrunken habe, alles perfekt organisiert war, man tatsächlich beim Laufen einschlafen kann, die Läufer und Helfer freundlich waren, ich praktisch 50 Kilometer mit einem Dänen und einem Tessiner gelaufen bin und ich auf den letzten 2 Kilometern fast sterben wollte :) rien ne va plus - wir attackierten übermotiviert am Schluss noch und mein Strom war 15min vor der Zielankunft komplett aus. Overall Rang 30.

Beni lief wiederum ein starkes Rennen und konnte sein Zeit vom letzten Jahr unterbieten (Overall Rang 16).Auch bei Oli zündeten die Kilometer von unserem Lauf nach Bern und er lieferte eine wahnsinns Leistung ab: Rang 7 Overall. Als ich die Rangliste ansah, stellte ich fest, dass von 360 Gestarteten nur deren 200 das Ziel erreichten --> ja es war hart :)

"Witziges" Detail am Rande: Am Freitagmittag verabschiedete ich die Familie nach dem Mittagessen und am Sonntagmittag war ich nach dem Mittagessen wieder zurück. Ich war also exakt 48 Stunden abwesend. Davon bin ich knapp 21 Stunden auf der Strecke unterwegs gewesen --> ziemlich effiziente Ausnutzung meiner verfügbaren Zeit für Sport :)