Yes... am vergangenen Sonntag fand das wohl schönste und spektakulärste Rennen der Schweiz bei idealen Bedingungen statt. Die Traumstrecke bietet auf 3100hm diverse Couloiraufstiege (Portagen), stotzige Abfahrten und auch technische Abstiege am Seil oder mittels extra fixierten Leitern.
Freitags am späteren Nachmittag kam ich von meinem zweiwöchigen WK zurück, mit im Gepäck hatte ich viele tausend Höhenmeter auf Tourenski :) über die letzten vier Wochen sammelten sich über 28'000 Aufwärtsmeter an - wie kuul ist dass denn? Nach diesen vier Wochen freute sich mein Körper riesig aufs Arbeiten.
Nach einer laaangen Nacht wurden wir, die noch kränkelnde Steffi und ich, von Manu und Selina abgeholt. Steffi entschied sich im letzten Moment doch für einen Start - dies in Absprache mit ihrer Partnerin Sophie, dass es nur ein Versuch sei und evtl. ein Abbruch aus gesundheitlichen Gründen anfalle.
So luden wir Steffi in Göschenen aus, dass sie sich mit Teigwaren und Carboloader aufpumpen konnte bei Sophie. Wir verbliebenen fuhren weiter nach Ambri zur Startnummernausgabe mit anschliessender Info.
Zurück bei Sophie trudelte auch Chris, mein Partner für den Supertris, pünktlich auf die zweite Runde Pasta ein. Da ich von meinen vielen Höhenmetern vorermüdet war, spulte Chris am Nachmittag den Reusslauf ab - so konnten wir mit in etwa gleich langen Spiessen antreten. Nach wenig Geplauder gings in die Federn, denn bereits um 0300 klingelten die ersten Wecker. Phu.. Müsli runterwürgen und ab die Post.
In Ambri am Flughafen galt es den Bus zu erwischen, welcher uns Rennläufer aufs Start-/Zielgelände fuhr. Da hiess es warten und sich warmhalten.. dies war nicht ganz einfach im dünnen Renndress.
Etwas verspätet wurden wir um 0607 auf die Rennstrecke geschickt. Leider standen wir taktisch unklug in der Mitte des relativ grossen Feldes. Nach wenigen Metern führten nämlich drei Spuren auf einer rutschigen Unterlage auf das erste Plateau. Dies ergab logischerweise Stau und einiges an "Kraftausdrücken"...
Chris stürmte da in jede Lücke und oft neben der Spur irgendwo hoch, ich als guter alter Dieselmotor konnte dies nicht und musste mich etwas zurückhalten.
Bald ging die Sonne auf und just als wir die Skier aufbanden am ersten Couli, kamen die ersten Sonnenstrahlen zu uns. Zum Glück für Chris.. er hatte übelst kalte Finger. In guter Teammanier fellten wir ab und fätzten die erste Abfahrt runter, Pulver gut.
Mein Dieselmotor tuckerte in der Zwischenzeit tiptop und wir kamen zügig vom Fleck. Immer wieder überholten wir ein uns bekanntes Team mit Fellproblemen.. diese wollten partout nicht recht kleben - leider erlitt Chris im letzten grösseren Anstieg das gleiche Problem. Rasch zog er Ersatzfelle auf, ich wartete an der Sonne beim Verpflegungsposten - besser hätte ich es nicht treffen können zum Warten :)
Die Schlussabfahrt war dann brutal.. eigentlich könnte man sich doch auf die 1500hm Abfahrt freuen. Doch war diese in arg gepflügtem Deckelschnee, untenraus musste man mit total kaputten Beinen noch auf teils harter oder brüchiger Unterlage um Bäume und Sträucher steuern. Dann folgte eine letzter Wechsel auf die Felle und im "gestreckten Galopp" (Selinaausdruck) jagten wir dem Ziel entgegen.
Steffi und Sophie konnten ebenfalls ein starkes Rennen laufen. Platz sechs im Damenfeld ist ein toller Rang - Gratulation!
Herzlichen Dank an Sophie für die Gastfreundschaft! Nächstes Mal kommst du zu uns!
Den Bericht von meinem Laufpartner kann man hier und den Bericht von Selina & Manu hier nachlesen.
(Fotos ab Facebook Tris Rotondo oder von Sophie)




