a) war er im Militär, b) ist die Skisaison langsam aber sicher zu Ende und c) mag er Klettern nur mässig :)
Für heute konnte ich ihn aber überzeugen, die mässig bequemen Latschen einzupacken und mit mir loszuziehen. Kombiniert mit einem Höhenmeterzustieg und Buckelei, kam auch das Lauftraining nicht zu kurz!
Wir liefen um 07.30 in Kandersteg bei der Sonnbühlbahn los und konnten dann wohl gegen 09.30 in die Tour "Löwenherz" (6a+) am Gällihorn einsteigen. Diese wollte ich schon vor längerem einmal angehen, jedoch traute ich mich nicht - die Absicherung ist gemäss Plaisier "nur" gut und mit Friends zu verbessern.
Der Zustieg war erst gemütlich auf bestens bekanntem Weg (Balmhorn --> Tagesskitour) bis zur Bahn, dann an der Winteregghütte (ebenfalls ein Klettergarten) vorbei und im Modus "ein-Schritt-vor-ein-halber-Schritt-zurück" den Geröllhang hoch.
Ein erster Aufschwung konnte an Fixseilen und Metallbügeln hochgegangen werden, danach folgte ein wüstes, steiles Geröllfeld zum eigentlichen Einstieg. Die ersten drei SL (5a, 5a, 5b) waren von weiten Hakenabständen geprägt und gaaar nicht so einfach. Ich musste meinen Kopf frei kriegen, für die deftigeren Längen.
Die nächsten beiden SL (6a, 5c+) waren in genialstem Alpenkalk der Sorte extrascharf, man musste sauber greifen und stehen, wenn man sich nicht aufkratzen wollte. Die Linie folgte erst einem genialen Riss, steilte sich auf, Leistchen und Wasserrillen... super!
Die Ausstiegslänge (5a) war dann etwas gesucht.. zwar war die Kletterei in Wasserrillen und mit Reibungsproblemen nicht ganz einfach (2 BH auf 20m), aber daneben hätte im Gras auch auf den Gipfel gestiegen werden können.
Happy am Gipfel konnten wir nur kurz ausruhen. Das angekündigte Gewitter hatte sich versteckt vor aus auf der anderen Bergseite schon mächtig aufgebaut und am Lohner war bereits Regen erkennbar. Wir düsten zügig runter und investierten die 9.-- in die Bergbahn für einen gelenkschonenden Abstieg. Die letzten Meter zum Auto mussten wir rennen, wenn wir trocken bleiben wollten. Schnell fischte ich das kaltgestellte Bier aus dem Bach und unter der Heckklappe von Daves Auto konnten wir im Trockenen die ausgetrockneten Kehlen befeuchten.