Sonntag, 1. Juni 2014

valle d'aosta

Für die Auffahrtsbrückentage wollten wir an der Sonne klettern gehen (die Tourenski sind aber noch nicht ganz weggeräumt - wer weiss, vielleicht ergibt sich noch eine Chance).

Da für die Alpennordseite etwas unsicheres Wetter prognostiziert und der Süden als sicherer und wärmer angesagt war, das Tessin wegen dem Stau nicht in Frage kam, im Plaisier Süd das Aostatal mit einigen Spots erwähnt ist und wir eh einmal nicht mit Ski dahin wollten... ja aus diesen Gründen düsten wir mit x-Plastikboxen im Auto am Donnerstagmorgen los :)

Wir wollten uns v.a. am "Il Paretone" und dem gut abgesicherten Klettergarten in der Region Arnad die Fingerhaut abschleifen und die Zehen platt treten. Praktisch alle Routen im Plaisier Sud wurden ~2005 frisch saniert.


Im Internet erkundigte ich mich etwas über die Touren da unten und so wollte ich v.a. die MSL "diedro jaccob" (5c+) und die zwei SL Tour "diedro bianco" (5c) klettern - wenn es hoch kommen sollte, wäre die "Bega" (6b) toll.

Vor Ort merkten wir aber rasch, dass die Bewertungen teilweise für unseren Geschmack "komisch" sind. Am Donnerstag kletterten wir im Klettergarten einige Routen im rechten Sektor. Steffi hatte bereits mit ihrer ersten Wahl eines Risses in einer Verschneidung (6b+) einen Volltreffer gelandet - Spass pur. In der Wunschtour "diedro bianco" konnte ich zwar on sight durchsteigen, eierte aber unsicher durch die Risse - spezielle, aber super geile Klettermoves! - die weiten Hakenabstände taten den Rest dazu. Für die zweite SL war uns der Abstand def. zu weit und wir wollten mit Friends (Nr 2-4) wieder kommen!




Am Freitag stiegen wir die "diretto al banano" (5c+) sauber on sight durch. Der Plan war, am Paretone eine Tour zu klettern, in welcher wir sicher den Ausstieg erreichen und uns auf die Kletterart und Absicherung einstimmen konnten. Für Steffi war die Kletterart kombiniert mit den Hakenabständen noch zu ungewohnt - sie hält sich lieber an einem rechten Griff fest weder auf Nichts zu stehen, so stieg ich alles vor - schön, habe ich einen guten Tag erwischt. Die Plättchen waren allesamt so gesetzt, dass die Moves zwingend sind und teilweise waren sie auch kurz vor dem nächsten Rettungsklipper.. so musste manchmal 3-4m über dem letzten Haken auf nichts angetreten und an nichts gehalten werden.







Samstags war das Wetter etwas unsicher und wir besichtigten das "Forte di Bard" - eine Festung, welche um 1800 Napoleons Truppen heftigen Widerstand leistete.. das ganze war aber leider etwas schwach aufbereitet - für einen Einblick hats gereicht und die Finger dankten uns den Ausflug.

Am Nachmittag kletterten wir im Klettergarten im linken Sektor einige Touren. Zu Beginn war mein Kopf irgendwo und ich brachte keine Route richtig zu Stande - Steffi rettete unsere Exen.. Um den Bann zu brechen stiegen wir noch einmal in die "diedro bianco" Risstour ein. Mit Friends liessen sich die Sicherungsabstände verbessern und ich konnte ruhig die erste SL durchsteigen. Auch Steffi konnte nun die zweite SL entschärfen und gäbig klettern - yes!





Für Sonntag nahmen wir uns noch einmal den Paretone vor. Für die "Bega" trauten wir uns nicht, aber die andere Priorität sollte es sein - so stiegen wir nun alternierend die "diedro jaccob" durch. Auch hier war die Absicherung gut, aber es gab nichts geschenkt. In der drittletzten SL stürzte ich einmal kurz über dem zweiten Haken, im zweiten Anlauf konnte ich dann aber durchziehen (auch Steffi brauchte für diese Stelle zwei Anläufe). Gemeinerweise musste ich in der letzten SL 4m über dem dritten Haken ein feines Schüppchen halten und auf nichts aufstehen, der rettende Griff war erst zwei Moves später erreicht - zum Glück gings auf.. Der kleine Sturz in der drittletzten SL kostete uns den onsight.






Für uns gingen damit vier tolle und erlebnisreiche Tage zu Ende.. genial war nebst dem Klettern das feine (und günstige!!!) Essen und natürlich die Kaffees, welche in Italien ein Traum sind.

Auch wenn wir keine "hohen" Franzosengrade klettern konnten, haben wir auf unserem Level unglaublich viel Spass gehabt und auch so manches Kribeln beim "soll-ich-oder-soll-ich-nicht-weiterklettern" gefühlt :) --> Aostatal - wir kommen wieder (aber dann mit einem lokalen Kletterbuch mit mehr Auswahl).