Sonntag, 22. Juni 2014

Medji und Skitour

Steffi wollte auf die Ski, ich lieber an den Fels... der Plan, damit beide happy sind, hiess dann um 0600 in Bern mit voll beladenem Auto losfahren.

Einen ersten Halt gab es in St. Niklaus. Ich wollte unbedingt dem viel gerühmten Medji einen Kurzbesuch abstatten. Gerade vor einer Woche konnten wir einen Kollegen fragen, welche Route er uns empfehlen würde. Wir sind nebst der Tour im Aosta noch nie Risse geklettert. Er, ein ausgewanderter Walliser meinte nach überlegen: "Hmm, diä sind eiguntli alli güet". Zum Starten legte er uns "Medji original" (6b) ans Herz, AC/DC dann als Toptour.

Wir hatten wie erwähnt nur wenig Zeit und zum Schnuppern stieg ich vollbepackt in die erste 6b Länge ein. Nach einem ersten "ins Seilplumpser" kam ich langsam in die ungewohnte, aber sehr geile Kletterei. Es hatte alles: Leistchen, Untergriffe, Seitgriffe (Risse zum auf Gegendruck klettern) und Ausstiegsmantels --> einfach der Oberhammer.

 
 
 
 
Steffi zog mit viel Power im Nachstieg voll durch und hatte grossen Spass. So übernahm sie gleich die zweite SL (6a+). Nach einer Querung folgte eine langer Riss, welcher uns so manches "yes" oder "nice" entlockte.

 
 
Leider waren wir danach bereits am Top der kurzen Tour und das Zeitbudget war ebenfalls bereits aufgebraucht. Nach dem Abseilen schauten wir uns noch kurz umher, schmiedeten Pläne und dann mussten wir den hübschen Platz bereits wieder verlassen.


Nach einem Carboreload im Migros parkierten wir das Auto in Gasenried. Danach hiess es Skitragen... Ziel: Bordierhütte. Glücklicherweise ging ein Lüftchen und so wurde es nicht ganz unerträglich heiss. Unterhalb der Hütte konnten wir sogar schon auf die Ski wechseln, um den Gletscher zu traversieren.

 
 
 
  
 
Auf der Hütte trafen wir ein Päärchen, welches ich noch von früher aus der Bikerace-Szene kannte. Nebst viel Geplauder wurden auch gleich die Nummern getauscht.. es stellte sich heraus, dass die beiden "ausgedehnte Skitouren" mögen - wenn dies nicht passt?
Die beiden Frauen hatten dann auch noch eine weitere Gemeinsamkeit entdeckt: Tiereschauen.




Nach einer erstaunlich guten Nacht auf der Hütte, wollten wir um 06.00 aufs Ulrichshorn fellen. Da der Hüttenwart nur 0300 oder 0700 Frühstück zur Auswahl gab und diese Zeiten uns nicht passten, zogen wir mit leerem Magen los.

Als ich draussen die Felle ankleben wollte, war ich erstaunt: Der Himmel war bedeckt, der Schnee nicht komplett durchgefroren und die anderen beiden Skitourengeher, welche die Hohberg N-Wand fahren wollten, kamen bereits zurück.

Scheibenkleister... Ski für nichts hochgebuckelt?? Wir wollten es wenigsten versuchen. Angeseilt schritten wir (v.a. Steff) fullgaz die erste Bruchzone hoch. Oben auf dem Plateau begann es dann zu schneien und die Sicht war sehr bescheiden. Weitere Tourengänger kamen retour, welche ihre Nadelgrattour abgebrochen hatten.



Sehr enttäuscht nahmen wir die Felle auf etwas mehr als halbem Weg zum Gipfel ab und fuhren die 600hm auf oben hartem, unten schönem Sulz ab. Danach begaben wir uns sofort an den Abstieg. Wir überlegten uns noch einmal einen Stop im Medji zu machen.

Erst wollten wir im Auto aber etwas nachschlafen und die geleerten Speicher füllen. Als wir wieder fit waren, war es auch hier wieder wolkenverhangen und kurze Zeit später regnete es in Strömen.

Medji.. i'll be back!