Montag, 12. Juni 2017

Grimsel, Chopper 7a (6a+, 2 p.a.)

Nach mittlerweile extrem langer Kletterabstinenz (letztes Mal an der roten Flüeh und ein paar Hallenbesuche über den Winter - es findet sich einfach kein geeigneter Kletterpartner hier im Saanenland), konnte ich wieder einmal zu einem Abenteuer aufbrechen. Ich freute mich sehr und suchte für mich und Felipe die Tour "Chopper"  am Grimselpass heraus. Diese liegt unweit der Sagittarius und die im Plaisir West erwähnten Schwierigkeiten sind zumindest auf dem Papier vergleichbar.

Die Tour wurde 1982 (mein Jahrgang) von Kaspar Ochsner erschlossen und wer im BEO öfters klettert, kommt nicht an "seinen" Touren vorbei.

Felipe brachte noch ein befreundetes Kletterpaar mit und somit zottelten wir zu viert um knapp 10.00 Uhr vom Parkplatz los. Das Zustiegscouloir war noch mit Schnee gefüllt und somit der Einstieg bequem erreichbar - offenbar beginnt das Abenteuer "Chopper" im Herbst bereits weit vor dem eigentlichen Routenstart.



Felipe und ich knobelten für die p.a. Seillänge und ich musste dann starten. Was für ein Kaltstart! Der Anfang ist hübsch, dann folgt bald ein Spreizschritt in die glatte Platte und mit den Händen an den Aufleger - phu. Weiter hat es kurze, aber griffige Dächli, bevor es in eine Plattentraverse geht. In der Plattentraverse bediente ich mich nach einem Block einmalig am glänzenden Griff - futsch waren die Freikletterambitionen :(


Bereits am rettenden Griff nach der Plattentraverse...

Felipe auf der glatten Platte...

Felipe übernahm dann den Lead für die 7a SL, doch musste er nach einigen Versuchen die Freikletterabsicht begraben. Nach dieser kurzen, aber kräftigen Stelle folgte eine glatte Platte mit einem Riss, wo wegen fehlendem Plättli der violette Linkcam zum Einsatz kam.
Diese Stelle und die erste SL im Vorstieg nahmen mir den Pfupf.. und Felipe führte die nächsten SL - danke!!

Auf dem nächsten Bild ist die dritte SL abgebildet. Ich klettere hier gerade einen genialen 5c+ Piazz à la Motörhead im Miniformat :)




Die vierte SL (6a+) startet mit einem ultrafeinen Plattengeschleiche - ich bediente mich der Silbergriffe, bevor richtig coole Moves verlangt werden und das ganze gipfelt mit einer geilen Hangeltraverse an einem immer grösser werdenden Riss und den Füssen auf der Platte (hier fehlte das Plättli vor dem Stand - roter Linkcam entschärfte).



Fünfte und sechste SL (5c+): nun sind die Hauptschwierigkeiten vorbei und es folgt meist tolles Klettern an Rissen und Schuppen. Mein Klettergefühl kam zurück und es machte höllisch Spass!






Die letzte und siebte SL (5c+) übernahm ich wieder am scharfen Ende. Hier sind ebenfalls tolle Risse zu klettern und der Ausstieg erfolgt über eine Platte, die Schlüsselstelle kann aber unter dem Bohri gemacht werden - yeah.


Schön war es! Vielen Dank fürs Mitkommen und Vorsteigen Felipe! Das Verhältnis 2/7 zu 5/7 vorsteigen wird dann schon wieder einmal ausgeglichener :)

Für Wiederholer der Tour: Die Hauptschwierigkeiten dieser Tour spielen sich auf den Platten ab (abgesehen von der 7a Stelle). Sobald es griffig wird, ist mit etwas Rohkraft jede schwierigere Stelle zu packen. Dank der vielen BH - wenn sie denn da sind - kann gut ab und zu geschummelt werden oder an der Sturzgrenze geklettert werden :)