Montag, 19. Juni 2017

Grimsel-Eldorado, Septumania (6a+)

Yeah man! Gerade zum Start des Berichts: Merci Lucius!
Bereits vor zweieinhalb Jahren waren wir zusammen im Eldorado - damals war ich noch richtig im Klettermodus und wir konnten die Motörhead in Wechselführung klettern. Gewaltig war es und auch heute wurden wir nicht enttäuscht.

Wir liefen mit viel Wasservorrat um 08.20 Uhr beim Parkplatz los und konnten nach der schönen Wanderung etwa um 10.00 Uhr loslegen. Im "Papimodus" kletterte Lucius sämtliche Seillängen on-sight und ich mit fünf Silbergriffen hinterher. Da hätte ich einige Male tüchtig geschwitzt vor Angst im Vorstieg. Die wenigen BH waren zwar immer genau an der richtigen Stelle, jedoch hatte praktisch jede SL so ihre fetten runouts, sobald es etwas einfacher wurde.

Die ersten beiden SL (5c+ und 5c) verlaufen in oder neben einer Bobbahn, äh, Wasserrille.. diese ist unglaublich rutschig und etwas mühsam (oder je nach Blickwinkel eben spannend) zu klettern.


Lucius verlässt die Bobbahn in der dritten SL..
Es folgen drei SL (5b) in einer Verschneidung, wo mal gepiazt, mal gespreizt oder sonst irgend ein Move gefordert wird. Die dritte SL, resp fünfte verläuft am Schluss über eine Platte.. man suche die rauhen Stellen und behalte einen kühlen Kopf beim runout!


Nun kam der erste ernstere Hafttest für die Gummimischung :) Die Tour zieht schräg nach links oben über eine Platte. Erst 6a, dann 5c.. fies fein, aber für einmal ohne gewaltigen runout.


Je "älter" die Tour wird, je besser hat sie uns gefallen. Die SL 8-10 (6a-, 5c, 6a+) sind etwas steiler und bieten mit Schuppen, Untergriffen, Piazzeinlagen coole und kräftige Probleme - MEGA! Die zehnte SL hat nach dem Schlüsslmove einen unglaublichen langen BH-Abstand - wer da fliegt, hat besser ein Töffkombi an ;)


Die elfte SL (5b) ist ein richtiger Plattenschleicher und wohl nur 5b, wer Plattenklettern absolut super drauf hat. Praktisch ohne BH müssen hier die rauhen Stellen gesucht werden - der Rest ist glatt wie eine Eisbahn.



In der zwölften SL (4c) kann man einmal durchatmen und da ein genialer Riss gepiazzt wird, kletterte Lucius gleich am Stand, welcher nach 2/3 rechterhand ist, vorbei :) In der 13ten SL (5c) entwich mir ein Jauchzer, ja die Füsse taten auch weh, aber nein, nach einigen plattigen Metern muss man sich gegen ein Dach hochmoven und einem Untergriff oder Griff an der Kante (je nach dem) entlangmoven, bevor beim finalen Töffgriff ein kräftiger Zug übers Dach führt und ein (ja lieber Leser...) Plattenfinale aufwartet.

Für einmal dünkte mich die SL eher überbewertet (5b), grosse Griffe führen einigen Rissen entlang, bevor ein, zwei mächtig athletische Züge einem über einen Überhang zum Stand bringen - echt cool!

In der letzten ernsteren SL (5c) ist der Startmeter sehr schön, danach folgt feines Esoterikklettern. Damit es noch einmal richtig spannend wird, hat Lucius hier einen Ausflug in die links benachbarte Route gemacht und ist dann wieder zurückgequert - ich balancierte im Nachstieg dem Seil hinterher und holte die beiden Expressen in der wohl schwierigeren Nachbarstour.

Zum Schluss konnten wir noch eine 4a Sl hochrennen, hier musste ich auch gar nichts ausklinken, da Lucius keine Zwischensicherungen klinkte :)


Der Abstieg war uns bekannt und fast trockenen Fusses gelangten wir zu unseren Rucksäcken beim Remy-Biwak. Nachdem die Wasserspeicher gefüllt waren und die kurzen Hosen montiert, liefen wir mit grossen Schritten zum Auto zurück.

Den grossen Hunger und das seit längerem, aufsteigende Verlangen nach einem Hopfengetränk, konnten wir in Meiringen am Bahnhof befriedigen. What a day!!