Freitag, 30. Juni 2017

Rund ums Wildhorn

Unzählige Male bin ich mit den Tourenski bereits auf dem Wildhorn gestanden und beinahe hätte es diesen Frühling einmal mit der Westwand funktioniert (leider war die Sonne bereits zu stark und die Abfahrt wäre durch Lawinenbollen wohl nicht so spassig gewesen).
Wenn ich mit dem Bike oder zu Fuss im Saanenland unterwegs bin, sehe ich das Wildhorn von verschiedenen Orten aus. Vor längerer Zeit, machte Selina mit Freunden die Umrundung in zwei Tagen. Die Idee, diese Tour in einem Tag zu machen, kam in den Ideenordner im Büro. Als ich vor kurzem mit einem Trailrunner aus dem Saanenland unterwegs war, hörte ich, dass er die Tour in 9h unternommen hat. So wurde ich natürlich wieder "giigerig" auf dieses Projekt.

Gestern Abend telefonierten wir auf die Hütten, welche angelaufen werden. Mit den aktuellen Weginformationen düsten Steffi und ich heute Morgen früh los. Vom Parkplatz in der Lauenen geht es gleich steil bergauf. Etliche Stufen müssen gedrückt werden, bevor es 500hm später über schöne Wiesen eine kurze Verschnaufpause gibt.

Beim Chüetungel entschied ich für die Variante "Vorsicht" auf dem Wegweiser. Kaum schneller als die normale Variante, aber bestimmt spannender. Weitere 500hm später konnten wir einem tollen Höhenweg folgen und mit leichtem Auf und Ab die Wildhornhütte erreichen.


Da wir noch kaum einen Schluck getrunken haben, düsten wir ohne anzuhalten dran vorbei. Auf der vom Winter bekannten Route liefen wir ins Schnidejoch. Der Gletscher konnte auf der orografisch linken Seite umgangen werden.


Es folgte ein schöner Downhill zu einem kleinen See, wo wir leider den Weiterweg etwas suchen mussten. Gesucht - gefunden.. wir liefen vorsichtig über eine riesige Karstfläche - bei Restschnee kann es hier recht heikel sein. Nach dem Col des Eaux froids gings zackig zur Cabanne des Audannes runter. Da konnten wir unsere Flaschen am Brunnen der Hütte füllen.





Der Aufstiegsweg zum Col des Audannes lag teilweise noch unter Schnee, jedoch störte dieser nicht. Der Wind war stark und kühlte unsere Finger ziemlich aus. Die kalten Finger mussten noch einen Moment leiden, denn auf der Westseite wird der Col mittels Leitern und Fixseilen abgeklettert und diese waren kalt und voller Schnee.


Nun konnten wir es etwas laufen lassen. Durch eine gewaltige Schuttflanke schlängelte sich der erkennbare Weg in die Tiefe. Wir durchquerten eine mondlandschaftänliche Fläche und gelangten zum Sandgrat. Ab hier beginnt der finale Aufstieg durch die geröllige Südseite des Arpelistocks.


Leider zogen Wolken auf und wir mussten uns etwas beeilen. Im Abstieg profitierten wir vom noch vorhandenen Schnee. Das Abrutschen machte grossen Spass und war gelenkschonend und schnell. Durchs Rottal rannten wir zur Geltenhütte, wo ich ein zweites Mal eine Flasche füllte.


Nach einem kurzen Schwatz mit Steffi vom Skilehrerkurs nahmen wir die letzten Meter zurück zum Auto in Angriff. Der schöne Hüttenweg ist für den Downhill wie geschaffen zum Rennen.

Knapp acht Stunden nach unserem Aufbruch konnten wir unser Auto wieder erreichen und glücklich abklatschen. Eine geniale Rundtour durften wir gemeinsam erleben und sind unterwegs nur vier Leuten begegnet.

32km, 3000hm, 8h