Dienstag, 4. Juni 2019

trail des Paccots

Im Vorfeld habe ich viel Gutes über diese Veranstaltung gehört. Der "familiäre" Rahmen nach dem letzten grossen Event im vergangenen Herbst (UTMB) bot einen herrlichen Kontrast und dies erst noch auf einer Strecke, welche nur wenige Kilometer von zu Hause verläuft. Les Paccots kenne ich bereits auch von einem Nachtsprint mit den Tourenski oder auch dem Team Skimo Race.

Nun denn.. ich freute mich auf den Renntag. Leider findet dieses Event am Sonntag nach den freien Auffahrtstagen statt. Mich da gebührend zurückzuhalten in Sachen Sport ist naturgemäss ein Ding der Unmöglichkeit. Immerhin bewegte ich mich zu Beginn der Woche nur locker auf dem Bike.. über die gesamten freien Tage herrschten aber derart gute Skitourenbedingungen, dass eine kurze Tour sein musste :) So fellten meine Frau und ich am Freitag aufs Wildhorn (natürlich gewohnt zackig..). Dabei lief ich meinen neuen Skitourenschuh ein - ein super Ding (nur hatte ich das Justieren zum Laufen noch nicht im Griff und zog mir promt eine Blase an der Ferse zu).

Da die Parkplatzmöglichkeiten in les Paccots beschränkt sind und ich nicht Lust auf einen Bustransfer hatte, fuhr ich frühzeitig los zu Hause. So konnte ich das Auto nahe dem Startgelände parkieren und mir bei Kaffee und Kuchen die Zeit bis zum Start vertreiben. Ebenso traf ich JB, mit welchem ich am UTMB viiiiiele Kilometer gemeinsam gelaufen bin.

Der Start dann pünktlich um 08.30 bei bereits ziemlich warmen Temperaturen. Nach nur wenigen hundert Metern auf der Strasse, verläuft die Strecke auf einem schönen Singletrail. Überhaupt war der Trailanteil sehr hoch und dies gefällt mir sehr! Auch gab es nie Stau und ich konnte immer meine volle Pace laufen - herrlich.

Ich startete bewusst locker, wollte den Puls nicht zu hochtreiben... zwar konnte ich über das gesamte Rennen den gleichen Puls laufen, fühlten sich die Beine immer gut an und sogar im Downhill war ich relativ zackig - nur war das ganze zu defensiv. Da mir die grosse Hitze, welche sich aufbaute überhaupt nicht liegt, achtete ich sehr darauf nicht zu überdrehen. 

Auf der sehr schönen Strecke lagen nach Altschneefelder. Diese zwangen die Organisatoren zu Ausweichmanövern. Metermässig waren dies kleine Anpassungen. Kurzerhand wurden wir Läufer am Moléson anstelle über den Wanderweg (dieser war unter dem Schnee versteckt) direkt die Grasflanke hochgeschickt. Dies war extrem anstrengend - aber irgendwie cool! Vielleicht wären hier Stöcke toll gewesen.. da das Rennen aber kurz war, verzichtete ich darauf, welche mitzunehmen... haha - nein im ernst: nach dem ersten Downhill konnte ich die Stöcke nicht mehr zusammensetzen, da eine Hülse klemmte - so trug ich dann die Stöcke nutzlos mit mir herum.


Über die letzten fünf Kilometer hatte ich dann einen persönlichen Kampf mit der später overall drittplatzierten Frau. Dies nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil sie einen persönlichen Betreuer hatte. Es war eindrücklich zu sehen, was dies in Minuten ausmacht. Sie musste nie an einem Verpflegungsposten anhalten, sie hatte nie zu wenig Essen oder Trinken bei sich und konnte mit minimaler Verpflegung laufen. Ihr Partner, ein bekannter Läufer, war sehr häufig an der Strecke, trabte mir ihr mit und übergab immer wieder Nachschub. Ich verlor an jedem Posten Zeit auf sie und überholte sie danach wieder.. dieses Spiel bot sich ab dem ersten Posten vier oder fünf mal :) Die overall viertplatzierte Frau lief ebenfalls immer um uns herum, verpflegte sich selber und verlor wohl genau diese Minuten oder der Schlussbilanz --> gut betreut, ist also in diesen Fällen halb "gewonnen".

42 Kilometer, 2600 Höhenmeter und äusserst viel Trailanteil bei enormer Hitze...mein Saisonstart ist geglückt und dies trotz verhältnismässig wenig Kilometern in den Schuhen. Mein Ziel unter 6h zu bleiben erreichte ich und mit dem 40 overall Rang bin ich zufrieden :)