Freitag, 4. Oktober 2019

Doldenhornhütte

Ich werde älter.. graue Haare wachsen langsam - aaaber, unsere Mädchen werden ebenfalls älter und so wagten wir unsere erste grössere Tour zu einer SAC Hütte mit Übernachtung :) 

Natürlich fuhren wir wieder nicht umsonst ins Unterland :) Am Mittwoch mussten wir unser Auto prüfen lassen, besuchten Freunde, übernachteten im Pfadiheim in Kandersteg und dies war bereits ein erstes grosses Abenteuer. Als wir aber am Morgen an unserem Fahrzeug die Scheiben vom Eis freikratzen mussten, wurde uns bewusst, wieso wir v.a. für die Kinder für alle Eventualitäten gepackt hatten.

Nun denn, frisch gepackt und wie es sich für Anfänger auf einem neuen Gebiet gehört, wurden die Rucksäcke mit gehörig unnötigem Zeug gepackt. Retrospektiv können wir also getrost mit leichterem Gepäck ausrücken für unser nächstes Abenteuer dieser Art - vorneweg, die Kinder waren derart begeistert, dass wir dies nach Möglichkeit bald wiederholen müssen.



Der Weg zur besagten Hütte ist nur auf den ersten Metern "laaangwilig", danach, wenn man auf den "richtigen" Weg abzweigt, wird's sofort spannend. Es geht steil berghoch und es müssen Riesentreppenstufen überwunden werden, einzelne verlangten schier Boulderzüge :) Kurz, für die Girls extrem tolles Gelände, welches mit dem vorausschauenden Auge der Eltern für Gefahrenstellen, zügig beschritten werden konnte.


Beim "Bärentritt", welcher in Skischuhen im Frühling ob Vereisung Schwierigkeiten bereiten kann, huschten die Kids durch und waren fast traurig, dass diese Stelle nur kurz war. 


Es folgte die lange Querung über glitschige Wurzeln. Wie im übernächsten Bild zu erkennen ist, hielten wir das Tempo und die Stimmung aufrecht, in dem das vorausgehende Eltern-Kind-Paar ab und zu ein Stückli Schoki auf dem Weg platzierte. Dies kann auch mit kleinen "Landart-Verzierungen" sein. Unsere Kinder fahren darauf ab.



Je höher wir stiegen, desto kälter wurde es. Am Weg lag nun für uns der erste Schnee dieser Saison. Da es doch recht frisch war, schulterte ich Emelie. Elena lief unbeirrt weiter.


Ich war nun etwas vorneweg und machte mit Emelie aus, dass sie wieder marschieren kann. Es ist nicht mehr weit und wärmt nicht nur mich (Tragen) :).


Auf einmal kommt die Hütte zum Vorschein. Dies motiviert ungemein und Emelie setzte zum Schlussspurt an. Wir konnten super glücklich die Hütte erreichen. Auch meine Frau und Elena kamen nach wenigen Minuten zur gemütlichen Bank an der Hausmauer. Total stolz auf unser Erlebnis, plünderten wir die Rucksäcke und ergänzten mit einem feinen Tee (und Bier für den Papi).

Wie es auch schon zu Hause hundertfach beobachtet werden konnte, war die vorausgehende Anstrengung bei den Mädchen innert Kürze verflogen. Schnell wurde mit den anderen Kindern Kontakt geschlossen und bis zum letzten Sonnenstrahl vor der Hütte gespielt.


Nach einem feinen Znacht gingen wir früh in die Federn. Natürlich war nicht sofort still, da musste unglaublich viel noch beobachtet und nachgefragt und erzählt werden. Das Hüttenleben bereitete uns allen grosse Freude. Irgendwann fielen die Augen aber zu, obwohl von unten laute Schwizerörgelimusik und Geplapper durch die 120 jährigen Mauern drang, und wir schliefen so viele Stunden, wie zu Hause im eigenen Bett nur äusserst selten!!! Wenn dies kein gutes Zeichen ist.


Total happy.. genau wie auf dem folgenden Bild. So bleibt mir dieses einzige erste Mal noch lange in Erinnerung - merci Läbe!



Zur Info für Nachahmer :) Die Hütte ist wohl speziell im Herbst ideal für Familien. Dann bietet die Gegend um die Hütte keine attraktiven Ziele mehr für Bergsteiger. Bei unserer Übernachtung waren die Kinder in der Überzahl!! Im Abstieg sicherten wir unsere Kinder mittels einer Bandschlingen-Seilstück-Kombination. Es ist doch öfters exponiert oder ein Sturz gegen vorne über Stufen täte weh. Elena konnte mit ihren 4 3/4 Jahren die angegebene Zustiegszeit einhalten.